FINANZtest testet Kreditberatung
Daß der Wunsch des Kunden nicht selten mißachtet wird, ist eines der Ergebnisse eines Tests von 13 Filialbanken bei der Kreditvergabe. Testpersonen waren in 91 Bankfilialen gegangen und hatten nach einem Ratenkredit in Höhe von 5.000 Euro gefragt. Vorgabe war eine Kreditlaufzeit von 60 Monate sowie der Verzicht auf eine Restschuldversicherung. Die Ergebnisse waren in manchen Fällen mehr als erchreckend.
Einige Bankmitarbeiter versuchten trotz der klaren Absage trotzdem eine Kreditversicherung zu verkaufen. Ein schriftliches Kreditangebot gab es des öfteren garnicht oder nur auf ausdrückliche Nachfrage. In einem Fall verdoppelte sich der Zinssatz bei einem Verzeicht auf eine Restschuldversicherung.
In 11 Fällen wurden vom Kredit-Berater die Schufa-Daten abgefragt, ohne vorher das Einverständnis des Testkunden einzuholen. Diese Praxis ist nach dem Datenschutzgesetz ausdrücklich verboten, denn nur mit dem Einverständnis des Kunden dürfen von der Bank die Schufa-Einträge eingesehen werden. Seit Oktober steht den Banken auch das neue Merkmal „Anfrage Kreditkondition“ zur Verfügung, das keinen Einfluss auf den Score-Wert hat. Leider machte keiner der Bankmitarbeiter von dieser Möglichkeit gebrauch. Offensichtlich gibt es in diesem Bereich noch deutliche Defizite in der Schulung der Mitarbeiter.
